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Schaden & Beweis

Gericht macht ebenfalls einen Fehler: Entfällt die Anwaltshaftung?

Ein gerichtlicher Fehler schließt einen anwaltlichen Fehler nicht automatisch aus. Entscheidend ist, welche Handlung der Anwalt schuldete und ob sie den ungünstigen Verlauf hätte verhindern können.

Aufgaben von Gericht und Anwalt unterscheiden

Das Gericht muss das Recht anwenden und das Verfahren nach den gesetzlichen Regeln führen. Der Anwalt muss innerhalb seines Auftrags erheblichen Sachverhalt vortragen, geeignete Anträge stellen und auf erkennbare Probleme reagieren. Eine gerichtliche Hinweispflicht nach § 139 ZPO ersetzt nicht jede anwaltliche Vorbereitung. Umgekehrt darf eine gerichtliche Fehlentscheidung nicht ohne Prüfung allein der Kanzlei zugerechnet werden.

Mögliche Korrekturwege berücksichtigen

Ein Rechtsmittel, eine rechtzeitige Rüge oder eine ergänzende Erklärung kann einen Fehler möglicherweise korrigieren. Ob ein solcher Schritt geschuldet war, hängt von Mandatsumfang, Erkennbarkeit und Erfolgsaussichten ab. Nicht jeder denkbare Rechtsbehelf muss ohne Rücksicht auf Kosten und Zulässigkeit eingelegt werden. Der Mandant benötigt aber eine verständliche Information über tatsächlich bestehende Handlungsmöglichkeiten und deren Fristen.

Den richtigen Ausgangsprozess rekonstruieren

Im Regress wird geprüft, welcher rechtlich zutreffende Verlauf bei ordnungsgemäßem anwaltlichem Handeln zu erwarten war. Die bloße Aussage, das Gericht hätte auch richtig entscheiden können, beendet die Kausalitätsprüfung nicht. Ebenso wenig beweist ein aufgehobenes Urteil automatisch einen Anwaltsfehler. Erforderlich sind konkrete Pflicht, unterlassene Handlung und deren Bedeutung für die Entscheidung oder spätere Korrektur.

Für Ihre Vorbereitung
  • Gerichtlichen und anwaltlichen Fehler genau trennen
  • Verfügbare Korrekturmaßnahmen dokumentieren
  • Rechtlich richtigen Alternativverlauf darstellen

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.