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Schaden & Beweis

Mehrere Ursachen für einen Schaden: Haftet der Anwalt trotzdem?

Ein wirtschaftlicher Verlust kann durch mehrere Fehler und äußere Umstände entstehen. Für die Anwaltshaftung muss der Beitrag der konkreten Pflichtverletzung rechtlich eingeordnet werden.

Den Verlauf ohne den einzelnen Fehler betrachten

Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich die Lage bei pflichtgemäßem anwaltlichem Vorgehen entwickelt hätte. Andere tatsächlich vorhandene Hindernisse dürfen dabei nicht einfach ausgeblendet werden. Ein ohnehin unbegründeter Ausgangsanspruch kann beispielsweise die Schadensannahme verändern. Umgekehrt bedeutet ein zusätzlicher Fehler eines Dritten nicht automatisch, dass der anwaltliche Beitrag bedeutungslos wird.

Gemeinsame Verantwortung und Mitverschulden

Mehrere Verantwortliche können unter bestimmten Voraussetzungen für denselben Schaden einstehen. Ob eine Gesamtschuld besteht, hängt von den jeweiligen Ansprüchen ab. Ein eigener Beitrag des Mandanten wird gesondert nach § 254 BGB geprüft. Es gibt keine allgemeine Regel, wonach mehrere Ursachen stets zu gleichen Quoten führen. Maßgeblich sind rechtliche Zurechnung und Gewicht der konkreten Beiträge.

Schadenspositionen einzeln zuordnen

Ein Fristfehler kann einen Anspruch verlieren lassen, während eine spätere ungeeignete Klage zusätzliche Kosten verursacht. Diese Positionen können unterschiedliche Ursachen und Schuldner haben. Eine chronologische Darstellung verhindert, dass jede Rechnung pauschal allen Beteiligten zugerechnet wird. Für den Regress sollten daher Handlung, mögliche Alternative und wirtschaftliche Folge für jeden relevanten Schritt gesondert beschrieben und anschließend zu einem widerspruchsfreien Gesamtbild verbunden werden.

Für Ihre Vorbereitung
  • Jede Ursache mit einer konkreten Folge verbinden
  • Unabhängige Hindernisse des Ausgangsanspruchs prüfen
  • Mögliche Gesamtschuld von Mitverschulden trennen

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.