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Typische Anwaltsfehler

Anwaltsfehler im einstweiligen Rechtsschutz

Eilverfahren können Rechte vorläufig sichern, bergen aber eigene Risiken. Fehler können bei Dringlichkeit, Glaubhaftmachung, Antrag oder anschließender Umsetzung entstehen.

Eilbedürftigkeit und Anspruch getrennt prüfen

Eine einstweilige Verfügung verlangt mehr als einen nachvollziehbaren Hauptanspruch. Nach den einschlägigen Vorschriften sind Sicherungs- oder Regelungsbedarf und die verfahrensrechtlichen Voraussetzungen zu prüfen. Zuwarten kann je nach Streitgegenstand die angenommene Dringlichkeit infrage stellen. Umgekehrt ist nicht jedes unerfreuliche Ereignis ein geeigneter Anlass für ein gerichtliches Eilverfahren.

Antrag und Vollziehung müssen zusammenpassen

Ein erlassener Beschluss erfüllt seinen Zweck nicht automatisch ohne weitere Schritte. Zustellung, Vollziehung und etwaige Fristen müssen für den konkreten Titel geprüft werden. Eine anwaltliche Beratung sollte zudem das Risiko eines später als ungerechtfertigt bewerteten Vorgehens berücksichtigen. § 945 ZPO kann unter seinen Voraussetzungen eine Schadensersatzpflicht der antragstellenden Partei gegenüber dem Gegner begründen.

Regress verlangt den hypothetischen Eilverlauf

Bei einem unterlassenen Antrag ist zu klären, ob rechtzeitig vorläufiger Schutz erreichbar gewesen wäre und welchen Nachteil er verhindert hätte. Bei einem fehlerhaft betriebenen Antrag sind vermeidbare Kosten und mögliche Ersatzpflichten zu untersuchen. Ein ungünstiger Eilbeschluss beweist allein keine Pflichtverletzung. Ebenso wenig entspricht ein vorläufig gesicherter Betrag automatisch dem endgültigen wirtschaftlichen Wert des Hauptanspruchs.

Für Ihre Vorbereitung
  • Dringlichkeitschronologie und Belege sichern
  • Antrag, Beschluss und Vollziehung abgleichen
  • Risiken nach § 945 ZPO gesondert berücksichtigen

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.