Rechtslage und Beweislage unterscheiden
Ein Anspruch kann rechtlich überzeugend sein, aber an fehlenden Nachweisen scheitern. Umgekehrt macht eine gute Dokumentation eine rechtlich unbegründete Forderung nicht durchsetzbar. Eine brauchbare Beratung benennt die entscheidenden Streitpunkte und erklärt, woran ein Verfahren voraussichtlich hängt. Starre Erfolgsprozentsätze sind dafür weder immer möglich noch ein Ersatz für die konkrete Erläuterung.
Kosten und Alternativen einbeziehen
Neben dem eigenen Zahlungsziel sind mögliche Gegenansprüche, Kostenrisiken und die Zahlungsfähigkeit des Gegners zu beachten, soweit sie für den Auftrag erkennbar erheblich sind. Ein außergerichtlicher Vergleich, eine Teilforderung oder ein Verzicht können andere Folgen haben. Der Mandant muss verstehen, welche Alternative welche Risiken vermeidet und welche Ansprüche er damit möglicherweise aufgibt.
Die Entscheidung bei vollständiger Information
Ein Haftungsanspruch setzt voraus, dass die fehlende Aufklärung für einen Vermögensnachteil ursächlich war. Wer auch nach vollständiger Warnung aus anderen Gründen prozessiert hätte, kann nicht ohne Weiteres sämtliche Kosten auf die Beratung zurückführen. Deshalb sind damalige Ziele, finanzielle Grenzen und Reaktionen auf Risikohinweise ebenso wichtig wie das spätere Urteil.
- Beratung vor Klageerhebung rekonstruieren
- Rechts- und Beweisrisiken getrennt benennen
- Eigene Entscheidungsalternative nachvollziehbar beschreiben
Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung
Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.