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Ansprüche durchsetzen

Fehlerhafte anwaltliche Vergütungsvereinbarung

Eine Honorarvereinbarung muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Ein Form- oder Inhaltsmangel führt jedoch nicht automatisch dazu, dass jede anwaltliche Tätigkeit kostenlos war.

Welche Vereinbarung tatsächlich geschlossen wurde

§ 3a RVG enthält insbesondere Vorgaben zur Textform, Bezeichnung, Absetzung und zum Hinweis auf begrenzte Kostenerstattung. Für bestimmte Beratungsgebühren nach § 34 RVG bestehen Besonderheiten. Deshalb ist zunächst die Art der Vergütung zu bestimmen. Eine Vollmacht, ein Angebot und eine wirksam angenommene Honorarvereinbarung sind nicht ohne Weiteres dasselbe Dokument oder derselbe rechtliche Vorgang.

Rechtsfolge des Mangels gezielt prüfen

§ 4b RVG begrenzt bei bestimmten Fehlern die durchsetzbare Vergütung auf die gesetzliche Höhe. Nicht jeder Verstoß hat automatisch dieselbe Rechtsfolge. Auch unangemessen hohe Vergütung oder unklare Abrechnungsregelungen können eigene Fragen aufwerfen. Die Prüfung sollte daher den konkreten Mangel benennen und anschließend die tatsächlich geschuldete Vergütung berechnen, statt pauschal sämtliche Rechnungen zurückzuweisen.

Gebührenkorrektur und Haftung unterscheiden

Ein Rückforderungsanspruch wegen überzahlten Honorars kann unabhängig von einem zusätzlichen Beratungsschaden bestehen. Für Schadensersatz wegen fehlender Kostenaufklärung ist dagegen auch die alternative Entscheidung des Mandanten zu prüfen. Beide Wege dürfen nicht zu doppelter Erstattung führen. Benötigt werden sämtliche Vertragsfassungen, Annahmeerklärungen, Rechnungen, Leistungsnachweise und Zahlungen einschließlich bereits erteilter Gutschriften.

Für Ihre Vorbereitung
  • Vertragsart und geltende Formanforderungen feststellen
  • Konkreten Mangel mit passender Rechtsfolge verbinden
  • Gesetzliche Vergütung und Zahlungen gegenüberstellen

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.