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Typische Anwaltsfehler

Unbestimmter oder falscher Klageantrag

Der Klageantrag bestimmt, worüber das Gericht entscheiden soll. Ein unklarer Antrag kann die Zulässigkeit, den Umfang des Urteils und die spätere Vollstreckung beeinträchtigen.

Das Mandatsziel in einen passenden Antrag übersetzen

§ 253 ZPO verlangt grundsätzlich einen bestimmten Antrag. Zahlung, Herausgabe und Feststellung verfolgen unterschiedliche Ziele. Ein Antrag muss den konkreten Anspruch und die gewünschte Rechtsfolge erfassen; eine bloße Sachverhaltsschilderung ersetzt ihn nicht. Zugleich bestehen in bestimmten Konstellationen Besonderheiten bei noch nicht abschließend bezifferbaren Ansprüchen, die gezielt geprüft werden müssen.

Gerichtliche Hinweise rechtzeitig nutzen

Ein unzureichender Antrag kann im Verfahren möglicherweise klargestellt oder angepasst werden. Dafür sind gerichtliche Hinweise und noch laufende Fristen auszuwerten. § 308 ZPO begrenzt grundsätzlich die Entscheidung auf das Beantragte. Das Gericht kann daher nicht beliebig eine versäumte weitergehende Forderung zusprechen. Eine Berichtigung ist außerdem von einer inhaltlichen Erweiterung oder Änderung des Streitgegenstands zu unterscheiden.

Verlorenen Anspruchsumfang nachweisen

Für einen Regress ist zu erklären, welcher richtige Antrag hätte gestellt werden müssen und welches Ergebnis damit erreichbar gewesen wäre. Wurde lediglich eine Nebenforderung ausgelassen, betrifft der Schaden nicht automatisch die gesamte Hauptforderung. Bei einer unbestimmten Regelung können zusätzliche Vollstreckungskosten hinzukommen. Die Beurteilung benötigt Klageschrift, Hinweise, Antragsfassungen und den genauen Urteilstenor.

Für Ihre Vorbereitung
  • Beauftragtes Ziel und gestellten Antrag vergleichen
  • Gerichtliche Hinweise und Korrekturen sichern
  • Fehlenden Anspruchsteil genau beziffern

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.