STEINWACHS · Wir leisten mehr als RechtPersönlich erreichbar · 040 4153 7117-0

Fristen & Verjährung

Klage rechtzeitig eingereicht, aber zu spät zugestellt

Für die Verjährungshemmung kann neben der Einreichung auch die Zustellung entscheidend sein. § 167 ZPO ermöglicht eine Rückwirkung nur unter den dortigen Voraussetzungen.

Was „demnächst“ bedeutet

Die Vorschrift knüpft nicht an eine für jeden Fall identische feste Tageszahl an. Zu prüfen sind insbesondere Ursachen und Zurechenbarkeit einer Verzögerung. Bearbeitungszeiten des Gerichts sind anders einzuordnen als vermeidbare Verzögerungen durch unvollständige Anschriften oder nicht bearbeitete Anforderungen. Deshalb ist die gesamte Zustellungschronologie wichtiger als der bloße Abstand zwischen Eingang und Zustellung.

Nach Einreichung bleiben Aufgaben offen

Die Kanzlei muss relevante gerichtliche Rückfragen und Kostenanforderungen sachgerecht bearbeiten. Ein fristgerecht hochgeladener Schriftsatz darf nicht allein deshalb als endgültig abgesichert gelten. Bei erkennbar ausbleibender Zustellung können je nach Umständen Nachfragen erforderlich werden. Zu dokumentieren ist, wann welche Anforderung einging, weitergeleitet und erledigt wurde und ob die Partei benötigte Informationen rechtzeitig lieferte.

Den tatsächlichen Hemmungsumfang bestimmen

Im Haftungsfall ist zunächst zu klären, ob die Rückwirkung wirklich entfiel. Erst dann kann geprüft werden, ob der Anspruch verjährte und wie er ohne Fehler hätte durchgesetzt werden können. Ein langer Zustellungszeitraum allein beweist keinen anwaltlichen Fehler. Ebenso wenig ist jede nachgereichte Information automatisch schädlich; entscheidend bleiben die konkreten Gründe und ihre rechtliche Bewertung.

Für Ihre Vorbereitung
  • Eingang, Kostenanforderung und Zustellung datieren
  • Jede Verzögerungsursache zuordnen
  • Rückwirkung und ursprünglichen Anspruch gemeinsam prüfen

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.