Den gesamten Regelungsumfang prüfen
Eine hohe Abfindung kann durch den Verzicht auf andere Ansprüche teilweise aufgezehrt werden. Zu untersuchen sind unter anderem Lohn, Urlaub, Zeugnis und Fälligkeit, soweit sie vom Auftrag und der Einigung erfasst werden. Sozialversicherungs- und steuerliche Folgen können ebenfalls bedeutsam sein; ihre konkrete Beurteilung erfordert die dazugehörigen Angaben und gegebenenfalls ergänzende fachliche Beratung.
Kein pauschaler Anspruch auf eine Formelabfindung
Gängige Rechenformeln sind nicht automatisch gesetzliche Ansprüche in jeder Kündigungssache. Der erreichbare Vergleich hängt von Prozessrisiken und Verhandlungsbereitschaft ab. Für einen Beratungsfehler muss deshalb erläutert werden, welche konkrete Information fehlte oder welche Weisung missachtet wurde. Dass ein anderer Arbeitnehmer mehr erhielt, belegt noch keinen pflichtwidrigen Abschluss im eigenen Fall.
Den Verlauf ohne Fehler vergleichen
Mögliche Alternativen sind ein anderer tatsächlich erreichbarer Vergleich oder die Fortführung des Kündigungsschutzverfahrens. Dabei sind Chancen auf Bestandsschutz, weitere Vergütung, Zwischenverdienst und Kosten zu berücksichtigen. Eine behauptete höhere Abfindung muss mit konkreten Verhandlungsumständen begründet werden. Liegt ein Widerrufsvorbehalt vor, sind dessen Frist und rechtzeitige Beratung unabhängig von der späteren Schadensberechnung zu prüfen.
- Vergleich mit offenen Nebenansprüchen abgleichen
- Frühere Angebote und Weisungen sichern
- Wirtschaftlichen Gesamtwert der Alternative berechnen
Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung
Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.