STEINWACHS · Wir leisten mehr als RechtPersönlich erreichbar · 040 4153 7117-0

Schaden & Beweis

Zinsverlust durch verspätete anwaltliche Bearbeitung

Wird Geld wegen eines Anwaltsfehlers später verfügbar, können Zinsnachteile entstehen. Entgangene Anlagezinsen, zusätzliche Kreditzinsen und gesetzliche Verzugszinsen sind unterschiedliche Positionen.

Welche Nutzung des Geldes ausgefallen ist

Ein behaupteter Anlageertrag benötigt eine nachvollziehbare Grundlage. Frühere Anlagen, konkrete Pläne oder übliche wirtschaftliche Abläufe können Anhaltspunkte liefern. Es genügt nicht, nachträglich die erfolgreichste denkbare Anlage auszuwählen. War das Geld stattdessen zur Schuldentilgung bestimmt, kann die relevante Folge in weiterlaufenden Finanzierungskosten liegen. Beide Positionen dürfen nicht für denselben Betrag und Zeitraum doppelt angesetzt werden.

Zeitraum und verfügbaren Betrag bestimmen

Die Rechnung beginnt nicht automatisch am Tag des Anwaltsfehlers. Zu prüfen ist, wann bei pflichtgemäßem Vorgehen tatsächlich Zahlung verfügbar gewesen wäre. Auch ein erfolgreicher Prozess benötigt Zeit und kann Teilzahlungen ergeben. Endpunkt ist die tatsächliche Kompensation oder ein anderer rechtlich maßgeblicher Zeitpunkt. Zwischenerträge, erhaltene Zinsen und vermiedene Kosten gehören in den Vergleich.

Gesetzliche Zinsen gesondert prüfen

Verzugszinsen auf den Regressanspruch folgen eigenen Voraussetzungen und sind nicht mit dem ursprünglichen Zinsverlust identisch. § 288 BGB unterscheidet zudem nach Forderungsart und Beteiligten. Eine hohe geschäftliche Zinsregel lässt sich nicht allein wegen unternehmerischer Beteiligung auf jeden Schadensersatzanspruch übertragen. Die Bezifferung sollte daher Anspruchsgrund, Zinssatz, Kapital und Zeitraum für jede Position ausdrücklich ausweisen.

Für Ihre Vorbereitung
  • Hypothetischen Zahlungszeitpunkt begründen
  • Konkrete Geldverwendung belegen
  • Anlageverlust, Kreditzinsen und Regresszinsen trennen

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.