Den Vorbehalt genau lesen
Widerrufsrecht, Frist, Form und Empfänger ergeben sich aus der konkreten Vereinbarung. Ein allgemeines gesetzliches Widerrufsrecht für jeden gerichtlichen Vergleich besteht nicht. Zu prüfen ist, ob nur eine Partei oder beide widerrufen konnten und ob besondere Zugangsvoraussetzungen vereinbart waren. Ein interner Auftrag an den Anwalt, zu widerrufen, ist noch keine Erklärung gegenüber der richtigen Stelle.
Beratung innerhalb der offenen Frist
Der Mandant benötigt rechtzeitig den vollständigen Text und eine verständliche Einordnung seiner Folgen. Stehen noch Berechnungen oder Rückfragen aus, müssen diese mit dem Fristende abgestimmt werden. Eine gewünschte Fristverlängerung ist erst verlässlich, wenn sie wirksam vereinbart wurde. Die Kanzlei darf den Vergleich nicht allein deshalb als endgültig gewollt behandeln, weil eine Rückmeldung bislang fehlt.
Die Widerrufsentscheidung und ihre Folgen
Für Schadensersatz ist zu klären, ob bei richtiger Beratung und Bearbeitung tatsächlich widerrufen worden wäre. Anschließend wird der Verlauf ohne bindenden Vergleich betrachtet. Dazu gehören Prozessrisiken, mögliche andere Angebote und zusätzliche Kosten. Eine ungünstige Klausel allein beweist nicht, dass die gesamte eingeklagte Summe durch den Fristfehler verloren ging. Rechtzeitig noch mögliche Korrekturen sind separat zu prüfen.
- Widerrufsklausel im vollständigen Text vorlegen
- Weisung und Zugang der Erklärung dokumentieren
- Alternative nach wirksamem Widerruf berechnen