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Typische Anwaltsfehler

Anwalt übersieht arbeitsrechtliche Ausschlussfristen

Arbeits- oder Tarifverträge können kurze Fristen für die Geltendmachung von Ansprüchen enthalten. Diese sind von der gesetzlichen Verjährung zu unterscheiden.

Vertragsgrundlage und Wirksamkeit prüfen

Zunächst müssen Arbeitsvertrag, Nachträge und einschlägige Tarifregelungen vorliegen. Ausschlussklauseln können verschiedene Stufen vorsehen, etwa zunächst eine Geltendmachung und später eine Klage. Ihre Wirksamkeit hängt von Inhalt, Entstehungszeitpunkt und anwendbarem Recht ab. Eine unwirksame Klausel lässt einen Anspruch nicht allein deshalb verfallen, weil ihr Wortlaut eine kurze Frist nennt.

Anspruch und Form ausreichend bezeichnen

Eine allgemeine Beschwerde über die Vergütung kann von einer hinreichenden Geltendmachung bestimmter Forderungen zu unterscheiden sein. Zu prüfen sind Fälligkeit, Betrag oder Berechenbarkeit, Empfänger und die vorgeschriebene Form. Der Anwalt muss im übernommenen Aufgabenbereich erkennen, ob eine weitere gerichtliche Stufe folgt. Vergleichsgespräche ersetzen nicht automatisch die in der Klausel geforderte Handlung.

Verfall und wirtschaftlichen Verlust verbinden

Im Haftungsfall ist zunächst zu klären, ob eine wirksame Ausschlussfrist tatsächlich ablief. Danach folgen Bestand und Höhe des betroffenen Anspruchs, etwa Vergütung oder Urlaubsabgeltung. Ein allgemeines arbeitsrechtliches Mandat umfasst nicht zwingend sämtliche Nebenforderungen; der vereinbarte Umfang bleibt relevant. War der Anspruch auch bei rechtzeitiger Geltendmachung unbegründet, entspricht der behauptete Verfall nicht automatisch einem ersatzfähigen Schaden.

Für Ihre Vorbereitung
  • Vertrag und Tarifgrundlage vollständig vorlegen
  • Fälligkeit und beide Friststufen erfassen
  • Verlorene Forderung mit Berechnung belegen

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.