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Typische Anwaltsfehler

Falschberatung durch den Anwalt

Nicht jede später als ungünstig empfundene Empfehlung war pflichtwidrig. Maßstab ist die Beratung, die beim damaligen Kenntnisstand und im Rahmen des Auftrags erforderlich war.

Die konkrete Information herausarbeiten

Welche Aussage war falsch, welcher Hinweis fehlte und welches Risiko blieb unverständlich? Ein präziser Vorwurf ermöglicht die Prüfung der maßgeblichen Rechtslage. Die bloße Behauptung, man sei schlecht beraten worden, reicht für eine belastbare Anspruchsbegründung nicht aus.

Alternativen müssen zur Entscheidung passen

Der BGH verlangt die Hinweise, die für eine eigenverantwortliche Entscheidung benötigt werden. Ist ein Weg deutlich günstiger als ein anderer, muss dies mit einer entsprechenden Empfehlung erklärt werden (Urteil vom 01.03.2007 – IX ZR 261/03). Welche Alternativen zu erläutern waren, hängt auch von Eilbedürftigkeit, Mandatsziel und wirtschaftlicher Tragweite ab.

Was bei richtiger Beratung geschehen wäre

Der Mandant muss beschreiben, wie er sich bei vollständiger Information entschieden hätte. Gab es mehrere vernünftige Wege, lässt sich der Ursachenzusammenhang nicht stets durch eine allgemeine Vermutung ersetzen. Auch Reaktionen Dritter, Vertragsbereitschaft und die Durchsetzbarkeit eines Anspruchs können eine Rolle spielen (BGH, Urteil vom 16.07.2015 – IX ZR 197/14).

Gesprächsinhalt früh sichern

Zeitnahe E-Mails, Gesprächsnotizen und Unterlagen, die vor einer Entscheidung übersandt wurden, sind besonders aufschlussreich. Spätere Erinnerungen sollten ausdrücklich als solche gekennzeichnet werden. Eine nachträglich rekonstruierte Darstellung darf nicht den Eindruck eines zeitgenössischen Protokolls erwecken.

Für Ihre Vorbereitung
  • Falsche Aussage oder fehlenden Hinweis genau benennen
  • Damals vorhandene Unterlagen beifügen
  • Eigene alternative Entscheidung und Gründe beschreiben

Gesetzliche Grundlagen und Rechtsprechung

Die verlinkten Vorschriften und Entscheidungen ermöglichen die weitere Einordnung. Maßgeblich bleiben Auftrag, Sachverhalt und Rechtslage im konkreten Fall.

Der nächste Schritt

Sie vermuten einen Anwaltsfehler?

Schildern Sie uns den Vorgang und nennen Sie mögliche laufende Fristen. Gemeinsam klären wir die Grundlage für eine Prüfung.